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Wechselstromphysik 4

 

Kondensator im Wechselstromkreis

 

Vorbemerkungen

Nachdem wir schon einmal im Allgemeinen über die Unterschiede des

Verhaltens von Ohmschen Widerstand, Spule und Kondensator im

Wechselstromkreis zum Gleichstromkreis gesprochen haben, wollen

wir uns in diesem Kapitel speziell dem Kondensator zuwenden. Wir

wissen schon, dass der Kondensator mit abnehmender Frequenz

immer weniger Strom durchlässt, also für sehr niedrige Frequenzen

den Stromkreis sperrt. Je niedriger die Frequenz, um so weniger

Strom kann fließen. Die Impedanz (also der Widerstand) nimmt zu, je

niedriger die Frequenz ist

 

Video – Messwerte

Folgendes Video zeigt eine Messreihe an einem Kondensator. Es

wird die Stromstärke (Effektivwert) in Abhängigkeit von der Frequenz

bestimmt ( Ueff = 5 V)

 

 

 

Messwerte und Auswertung

Anhand des Videos ergibt sich für den Kondensator ( C = 10 µF) fol-

gende Messwerttabelle.

f in Hz

100

200

400

1000

1500

2000

3000

Ieff in A

0,033

0,068

0,136

0,337

0,503

0,669

1,000

 

Eine graphische Auswertung ergibt folgendes Diagramm:

 

Der Verlauf sieht sehr nach einer Geraden aus. Dies wollen wir im

Theorieteil bestätigen.

 

Theorie: Herleitung der Formel für die Impedanz

Wir gehen von folgender Schaltskizze aus.

 

Wir können zur Bestimmung von X ähnlich wie beim Gleichstrom vor-

gehen.

 

In das obige Diagramm ist jetzt der Graph für Ieff unter der Berücksich-

tigung der gefundenen Formel eingefügt

Man erkennt, dass der Graph nicht ganz mit den Messwerten überein-

stimmt, was wahrscheinlich auf einer nicht exakten Angabe der Kapa-

zität beruht (s.u).

 

Bestimmung einer Kapazität

Man kann die Messung der Impedanz dazu nutzen, die Kapazitäten

von Kondensatoren zu bestimmen.

Beispiel:

Bei einer Spannung von Ueff = 5 V weist ein Kondensator bei einer

Frequenz von f = 400 Hz eine Stromstärke von Ieff = 0,136 A auf (s.o.)

Nach obiger Formel gilt:

C = 1/ (X ∙ ω) = Ieff / (Ueff ∙ 2 ∙ π ∙ f) = 0,136 A / ( 5 V ∙ 2 ∙ π ∙ 400 Hz)

C = 10,8 µF

Dies stimmt also sehr gut mit den Vorgaben bei der Messreihe über-

ein, wo ein Kondensator von ca. 10 µF benutzt wurde.

Rechnet man für alle Messwerte die Kapazität aus, ergibt sich:

f = 100 → C = 10,5 µF; f = 200 →C =10,8 µF; f  =1000 →C =10,5 µF;

f = 1500 → C = 10,7 µF; f = 2000 → 10,6 µF; f = 3000 → C = 10,6 µF

Im Mittel haben wir somit eine Kapazität von C = 10,6 µF. Wenn wir

dies zu Grunde legen, ergibt sich ein deutlich besseres Diagramm als

oben, wo noch 10 µF vorausgesetzt wurden.

 

In folgendem Video wird auch noch einmal auf das Verfahren der Be-

rechnung der Kapazität über die Impedanz eingegangen.

 

Quelle: YouTube

 

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